Ausgangslage
Acht Bezirke bewirtschaften ihren Parkraum, dieser nicht
Die Anordnung und Einrichtung von Parkzonen liegt in Berlin bei den Bezirken. Wer wissen will, welche das tun, muss nicht raten: Der Landesdatensatz "Parkraumbewirtschaftung (Parkzonen)" führt die datenliefernden Bezirke auf, und es sind acht. Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln, Pankow, Spandau, Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg. Der flächengrößte Bezirk Berlins steht nicht in dieser Liste.
Das ist ungewöhnlich genug, dass fast jeder Wettbewerber es übersieht, und es dreht die übliche Erzählung um. Anderswo lautet die Frage vor dem Umzug: In welcher Zone liege ich, wie hoch ist die Belegung, brauche ich einen Ausweis. Hier lautet sie: Wie bekomme ich überhaupt einen Platz, wenn niemand verpflichtet ist, einen zu räumen.
Ohne Bewirtschaftung gibt es keine Höchstparkdauer, keine Gebühr, die zum Umparken zwingt, und keinen Ausweis, der etwas reserviert. Ein Bewohnerparkausweis reserviert übrigens auch dort keinen Platz, wo es ihn gibt. Der Unterschied ist nur: In einer Zone bewegt sich der Bestand, hier steht er.
Dass ausgerechnet der größte Bezirk keine Bewirtschaftung hat, klingt zunächst logisch: 168,42 Quadratkilometer, 18,9 Prozent der Stadtfläche, 1.744 Einwohner je Quadratkilometer und damit die niedrigste Dichte aller zwölf Bezirke. Wo Platz ist, braucht es keine Regeln. Nur verteilt sich dieser Platz sehr ungleich. In Alt-Treptow leben rund 5.840 Menschen je Quadratkilometer, in Grünau 937. Die Bewirtschaftungsfrage stellt sich also nicht im Bezirk, sondern in einzelnen Straßenzügen, und genau so ist die Untersuchung auch angelegt worden.